Science

Prof. Dr. Walter Sommerfeld

walter sommerfeld

UniversitätsprofessorderPhilipps-Universität Marburg  (Centrum für Nah- und Mittelost-Studien)

Sein Vortrag beschäftigt sich mit dem Thema ‚Angriffsziel Kulturerbe’. Er kennt die Lage im Nahen Osten aus eigener Erfahrung in seiner Forschungstätigkeit.

Aktuell sind es die Zerstörungen durch den Islamischen Staat an antiken Stätten in Syrien und im Irak, die uns entsetzen. Aber auch die Bedrohung von Wissenschaftlern an Leib und Leben, die sich für den Erhalt von Kulturgütern und Kunstschätzen einsetzen, hat eine neue Dimension erreicht, wie jüngst der Chef der Syrischen Antikenverwaltung Maamoun Adulkarim erklärte: „Wir sind alle zum Tode verurteilt…“


 

Dr. Tanja Bernsau

Dr. Tanja Bernsau

Kunsthistorikerin, Kunstdetektivin,

Lehrbeauftragte an der Justus-Liebig Universität, Gießen

Beutekunst – Wenn Kunst zur Waffe wird

Der Raub von Kunstwerken während eines Krieges ist so alt wie die Geschichte des Krieges selbst. Nicht erst seit Napoleons legendären Beutezügen durch Europas Schatzkammern wurden Kulturgüter geraubt und verschleppt – und die Geschichte reicht bis in die Gegenwart zu den Plünderungen in den syrischen Krisengebieten, auch wenn diese laut internationalen Konventionen längst nicht mehr zulässig sind. Um die vielfältigen Gründe für Beutekunst soll es in diesem Vortrag gehen: von der eigenen Bereicherung über die finanzielle Schwächung des Gegners, Propaganda bis hin zur Zerstörung der kulturellen Identität des Feindes.


Sascha Stoltenow

Sascha Stoltenow

Ex-Fallschirmjäger, Historiker und PR-Berater, Frankfurt

Der Kommunikationsberater arbeitet bei der Agentur SCRIPT Communications in Frankfurt am Main, ist Reserveoffizier und verließ im Jahr 2001 nach 12 Jahren Dienstzeit die Bundeswehr. Nach der Ausbildung zum Fallschirmjäger und dem Studium der Geschichte an der Helmut-Schmidt Universität in Hamburg, war er in Kroatien, Bosnien-Herzegowina und im Kosovo im Einsatz. In den letzten beiden Jahren seiner Dienstzeit war er Redakteur bei der Truppe für Operative Information. Er bloggt unter www.bendler-blog.de seit 2007 über Sicherheitspolitik in der Mediengesellschaft.                      

Sascha Stoltenow analysiert in seinem Vortrag “Krieg als Marke - Ästhetik, Identitäten und Inszenierungen” am Beispiel der Terrororganisation Islamischer Staat, wie diese uns sehr vertraute Techniken der Ästhetisierung und Medialisierung nutzt uns sie gegen uns wendet.

… Krieg erringt seine Siege nicht allein auf dem Schlachtfeld, sondern vor allem auch auf der Propagandafront, der manipulierten Darstellung  oder einer Ästhetisierung der tatsächlichen Eriegnisse. Vor den Toren der “Festung Europa” hat sich mit dem “Islamischen Staat” ein selbsternanntes Kalifat etabliert in Syrien und dem Irak, dessen medialen Inszenierungen ungebrochene Attraktivität auf tausende junge Muslime ausüben und sie veranlasst hat in den Krieg zu ziehen…


Dr. Gabriele Mackert

Kuratorin, Autorin

1998-2003 Kuratorin an der Kunsthalle Wien (z.B. ‚Attack! Kunst und Krieg in Zeiten der Medien’), 2005 bis 2008 Direktorin der Gesellschaft für Aktuelle Kunst (GAK) in Bremen, 2005 Konzeption und Organisation des künstlerischen Beitrages Österreichs auf der Welt-Expo in Aichi, Japan, 2011 Dissertation über die offenen Briefe ‚Marcel Broodthaers’

..Krieg, Vertreibung und Hunger sind aktueller denn je großgesellschaftliche Themen. Auch wenn postkoloniale Schlachten nicht mehr nur um Territorialgewinne geführt werden, sondern um Ressourcen, unternehmerische Vorteile, Ideologien und symbolische Übermacht. Eine Neuerung aber ist einschneidend: In den Industrienationen haben sich Kriegserfahrungen in die Medien verlagert. Krieg existiert als Alltag in den Abendnachrichten. Gerade zeitgenössische KünstlerInnen mischen sich in diesen Prozess der Bilderpolitik und seinen medialen Spiegelbildern subversiv ein. Als visuelle HistorikerInnen kommt ihnen dabei eine herausragende Rolle zu….